28. April 2022

13./20./27. Juni: Blockseminar Hans Ulrich Gumbrecht: Mystische Frauen (Theologie, Gender, Geschichte) 13./20./27. Juni: Blockseminar Hans Ulrich Gumbrecht: Mystische Frauen (Theologie, Gender, Geschichte)

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Gumbrecht_at_Stanford © Laura Teresa Gumbrecht, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons
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Herr Prof. Dr. Hans Ulrich Gumbrecht wird im Juni eine Blockveranstaltung an der Uni Bonn im Rahmen seiner Gastprofessur anbieten! Wenn Sie im Master studieren, nutzen Sie diese besondere Gelegenheit und melden Sie sich an: Für die Veranstaltung findet ein gesondertes Belegverfahren statt. Wenn Sie an der Veranstaltung teilnehmen möchten, schreiben Sie bitte bis 30. April eine kurze E-Mail mit folgenden Informationen:
-    Studiengang
-    Semesterzahl
-    Motivation, Interesse an der Veranstaltung
an keiling.lehre@uni-bonn.de

Hans Ulrich Gumbrecht

Stanford UNIVERSITY
Distinguished Professor Emeritus, Bonn

Mystische Frauen (Theologie, Gender, Geschichte)

Blockseminar an den folgenden Terminen:
Mo. 13. Juni, Mi 15. Juni
Mo. 20. Juni, Mi 22. Juni
Mo. 27 Juni, Mi 29. Juni

Uhrzeit: Jeweils 10-12 Uhr

Raum: wird bekanntgegeben

Die Veranstaltung ist für MA-Studierende der Komparatistik, der Kunstgeschichte, der Philosophie und der Romanistik offen. Weitere Informationen zur Anmeldung finden Sie unten.

Dieser Kurs ist von zwei Intuitionen motiviert, die durch Diskussion und Lektüre verfolgt werden sollen: Im letzten Jahrhundert ist nicht nur in den Kulturen des Westens das Bedürfnis nach einer mystischen Begegnung gewachsen, d.h. der Wunsch nach einer physisch unmittelbaren Erfahrung von Wesen, die dem menschlichen Leben transzendent bleiben. Darüber hinaus fällt ins Auge, dass sich Mystik als eine Form religiöser Praxis und Erfahrung vollzieht, in der nicht nur innerhalb der jüdisch-christlichen Kultur, Frauen im Vordergrund stehen.
Nach einer Einführung, welche den Fokus auf theologische Fragen, den historischen Kontext und Gender-Aspekte der Mystik legt, konzentriert sich der Kurs auf das Leben und die Schriften von Teresa von Ávila als eminenten und zugleich paradigmatischen Fall. Teresa war eine spanische Mystikerin des 17. Jahrhunderts, die aus einer Familie konvertierter sephardischer Juden hervorging. Wie sich argumentieren lässt, war SIE die erste Frau, die ihr eigenes Leben in narrative Form gebracht hat (wir werden diese Biographie lesen und analysieren). Sie hat aber auch den Versuch gemacht, ihrer eigenen Erfahrung eine „Methode“ abzugewinnen („Die innere Burg“); sie gründete einen neuen christlichen Frauenorden, dessen Mitglieder versuchten, ihr Leben als „Bräute“ Jesu zu führen („Der Weg der Vervollkommnung“). Vor allem hat Teresa eine spirituelle, literarische und sogar politische Wirkung entfaltet, die ihr in ihrer eigenen Zeit und Kultur außerhalb der mystischen Praxis verwehrt geblieben wäre.
Diese Beobachtungen sollen der studentischen Forschung in diesem Seminar ihre Richtung geben, und zwar auf zwei verschiedenen Ebenen: Sowohl in der Analyse mystischer Frauen verschiedener historischer Epochen und womöglich sogar Religionen (Katharina von Siena, Hazrat Babazan, Hannah Rachel Verbermacher oder Edith Stein könnten solche Fälle sein), als auch in Debatten über die Form weiblicher mystischer Praxis im 20. und 21. Jahrhundert, im Ausgang von einer gemeinsamen Lektüre der unter dem Titel „Schwerkraft und Gnade“ gesammelten Aphorismen Simone Weils.

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