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Die Bonner Romanistik

Eine moderne Philologie, der Tradition verbunden

 

Bonn ist die Wiege der Romanistik, denn hier wurde das Fach von Friedrich Diez zu Beginn des 19. Jahrhunderts begründet und im 20. Jahrhundert von Ernst Robert Curtius geprägt. Dieser langen Tradition verdankt die Bonner Romanistik, untergebracht im Erdgeschoss des Hauptgebäudes der Universität mit Blick auf die Hofgartenwiese, ihre hervorragende Literaturausstattung - sowohl in der Seminar-Bibliothek unter Stuckdecken als auch in der Universitäts-Bibliothek, die seit vielen Jahrzehnten das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Sondersammelgebiet Romanistik betreut.

Der Tradition verpflichtet zu sein, bedeutet für die Bonner Romanistik, dass sie die Frage nach dem Wesen der Sprache als wichtigstem Merkmal des Menschen stellt und untersucht, wie er sich darin in unterschiedlichen Epochen den Zugang zur Welt, zu seinen Mitmenschen und zu sich selbst erschließt.

Zur traditionellen Sprach- und Literaturwissenschaft mit den klassischen Elementen einer gründlichen philologischen Ausbildung sowie fundierter Sprachpraxis in zwei romanischen Sprachen tritt in den modernen Bachelor- und Master-Studiengängen auch die Kulturwissenschaft, d.h. es werden Kenntnisse zur geschichtlichen, sozialen und politischen Situation der romanischen Länder vermittelt, und es gehen die Erkenntnisse der Medienwissenschaften in das Studium ein. Neben Forschungskompetenz wird so auch eine stärkere Berufsqualifizierung vermittelt.

Insbesondere die "Frankreichstudien" profitieren von Kooperationen der Bonner Romanistik: Bedeutende Wissenschaftler des Collège de France kommen im Rahmen der Ernst Robert-Curtius-Gastprofessur nach Bonn. Ebenso macht das Institut Français Bonn, am anderen Ende der Hofgartenwiese gelegen, durch regelmäßige kulturelle Veranstaltungen, Vorträge und Kinoabende mit den aktuellen Tendenzen in Frankreich vertraut. Italienbezogene akademische und kulturelle Veranstaltungen koordiniert das Bonner Italien-Zentrum.

Das "Romanische Seminar", inzwischen als "Abteilung für Romanistik" zum "Institut für Klassische und Romanische Philologie" (Institut VII) gehörend, ist an der Bonner Universität Vorreiter bei der Umsetzung des Bologna-Prozesses: Die sechssemestrigen Bachelor-Programme Deutsch-Italienische Studien und Deutsch-Französische Studien starteten bereits zum Wintersemester 2004/2005. Inzwischen sind der Bachelor-Studiengang Romanistik (Kernfach mit neun verschiedenen Sprachkombinationen oder Begleitfach mit einer Sprache) sowie der Bachelor-Studiengang Lateinamerika-und Altamerikastudien hinzugekommen. Für die erfolgreichen Absolventen der Universität Bonn oder auch anderer Universitäten besteht die Möglichkeit, einen der sieben konsekutiven Master-Studiengänge (Romanistik; Altamerikanistik und Ethnologie; Deutsch-Französische Studien; Deutsch-Italienische Studien; Renaissance-Studien; Spanische Kultur im europäischen Kontext; Kulturstudien zu Lateinamerika) anzuschließen.

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